Das Leben durch ein Objektiv

Ich weiß nicht mehr, wie oft ich den Satz schon gehört habe. „`Es braucht nur gute Menschen, die nichts tun, damit das Böse obsiegt.“‚ Und ich dachte immer, dass bezieht sich nur auf irgendwelche dramatischen Geschichten, epische Erzählungen und Märchen aus längst vergangenen Tagen. Doch wer bitteschön ist schon ein guter Mensch? Und überhaupt, was ist eigentlich dieses „`Böse“‚? Ist das verstoßen gegen irgendwelche Moralvorstellungen schon schlecht, böse? Ich kann mich nicht erinnern, irgendwann in meinem Leben einen Vertrag unterschrieben zu haben, indem festgehalten wurden ist, was böse ist und was nicht. Nun kann man sagen, alles ist böse, was gegen das Gesetz verstößt. Ok. Doch welches Gesetz ist da gemeint? Das von dem Staat in dem ich lebe? Oder nur die Schnittmenge aller Gesetze aller Staaten auf der Erde? Was wenn diese Mengen von Gesetzen disjunkt sind? Man kann doch nicht einfach sagen, dass alle Einwohner der Staaten Blablaistans oder Blublands böse Menschen sind, weil sie sich nicht an die Gesetze von Dummdilien halten. Und umgekehrt. Mancher behauptet, da wäre etwas, eine übergeordnete Moral oder so, das uns vorschreibt, was einen bösen Menschen von einem Guten unterscheidet. „`Du sollst nicht töten … „` wird den Christen vorgeschrieben. Und trotzdem wird in Texas die Todesstrafe verhängt. Vielleicht kann die Frage, ob man böse ist oder nicht, nur von anderen Menschen beantwortet werden. Vielleicht auch nur von einem selbst. Bin ich böse? Ich glaube nicht …
Erst jetzt merke ich, dass ich mit den Gedanken abgeschweift bin. Dass ich mich eigentlich auf die selbsternannte Schlampe konzentrieren sollte, die mit einer fast schon anwidernden Eifrigkeit versucht, mir den Schwanz aufrecht zu blasen, nicht ahnend, dass das alles nichts bringt, wenn ich mich nicht darauf konzentrieren, nicht abschalten kann. Ich befreie mich aus ihrem Griff, zieh den schlaffen Schwanz aus ihrem feuchten Maul, und mache Tom und Sandra klar, dass es Zeit für ein bisschen reiten ist. Abrupt die Fickbewegungen einstellend und den Schwanz aus Sandras Möse ziehend, greift Tom zu der Flasche Wasser hinter ihm und macht sie in einem Zug halbleer. Grinsend pflanzt er sich mit seinem nacktem und verschwitztem Arsch auf das Sofa und bringt nur ein keuchendes „`Boah, geil!“‚ heraus, während Sandra sich entschuldigt und ins Bad verschwindet. Als Sandra zurückkommt, macht sie uns beiden klar, dass ihre Pussy anfängt zu schmerzen und dass wir das am besten jetzt zu Ende bringen. Es folgt eine kurze Diskussion über das Finale mit einem vollkommen zu erwartenden Kompromiss, dass Tom ihr die Sahne einfach in den Mund spritzen wird. Das Tom noch nicht soweit ist, ist Sandra egal. Sie bewegt ihm zum Aufstehen, kniet sich vor ihm hin, deutet mir, ich solle die Kamera anmachen und schon ist Toms Penis wieder in ihrer Kehle verschwunden. Sie verweilt ein bisschen. Ich filme das Gesicht in Nahaufnahme. Sie zieht ihren Kopf zurück. Wichst ein bisschen den Schwanz um ihn sich daraufhin wieder in den Mund zu stopfen. Dies wiederholt sich ein paar mal, bis Sandra nur noch schwer verbergen kann, dass sie sichtlich genervt ist. Beim nächstem Schwertschluck also, um das ganze zu beschleunigen, bewegt sie ihre Hände zu Toms Arsch, krallt eine Hand in seine linke Arschbacke, während der Mittelfinger der zweiten in Toms Poloch verschwindet. Tom stöhnt auf, sein Becken fängt zu Zucken an. Sandra entlässt ihn aus seiner Kehle, stößt noch ein paar Mal mit dem Finger an die Stelle, wo sie seine Prostata vermutet, massiert die Stelle, und bevor Tom überhaupt in der Lage gewesen wäre seinen Schwanz in die Hand zunehmen, spritzt er ihr das milchige Zeug in drei großen Schüben über das Gesicht und auf die Zunge. Ich schiebe Tom beiseite, woraufhin dieser fast das Gleichgewicht verliert. zoome mit der Kamera an das nun verkrampft lächelnde Gesicht von Sandra und sage: „`Schnitt“‚.
Es dauerte keine zehn Minuten, um Tom eine Kopie des Filmmaterials zu brennen und ihn aus der Wohnung zu schmeißen. Natürlich lügte Sandra ihm was vor, als sie meinte das könnte man wiederholen. Doch diese Kerle warten nur darauf, so etwas zu hören, unwissend, dass sie nur Mittel zum Zweck sind. Während Sandra unter der Dusche steht, schneide ich das Video und setze es online. Als Sandra aus der Dusche kommt und sich erschöpft auf das Sofa legt, hat sie schon knapp 20 Euro mit dem Video verdient. Als ich mich verabschieden will, fragt sie noch, ob alles in Ordnung sei. Sie konnte ja nicht ahnen, dass sie, als sie meine Hose öffnete und angefangen hatte mir einen zu blasen, eine Grenze überschritten hatte. Meine Grenze. Ich nicke und verlasse die Wohnung.
Es fing damals in einem Internetchat an. Noch lange bevor ich überhaupt Sandra kennen lernte. Ich trieb mich oft in solchen Chats herum, solche Räume, in denen die Nacktbilder oder Bilder vom Vögeln von sich online stellen, welche sich an den Kommentaren derer, die dies nicht tun, aufgeilen. Ich gehörte zu den letzteren. Wenn ich mich langweilte ging ich in so einem Chat, schaute mir die Bilder an und wichste dabei gelangweilt meinen Schwanz. Es war mir nicht klar, was ich mir davon verhoffte. Vielleicht Reaktionen auf die Kommentare oder so. Jedenfalls kam irgendwann Paar, aus meiner Stadt online, welches fragte, ob jemand Lust hätte an diesem Abend Bilder von ihnen zu machen. Total gehirnaufgeweicht von der Dauerwichserei, schrieb ich sie an, wie sie sich das denn vorstellen würden, das mit dem Bilder von sich machen lassen. Aufgeregt las ich die ernüchternde Antwort, dass ich ihnen zu jung sei. Sorry! Daraufhin verlies ich den Chat, ging auf irgendeine Pornoseite, suchte mir willkürlich einen aus und versuchte meinen Schwanz wieder hart zu wichsen. Mir war egal, ob er wollte oder nicht. Ich befingerte mich schließlich schon wieder seit Stunden und wollte das jetzt einfach zu Ende bringen. Keinen Gedanken verschwendete ich daran, einfach aufzuhören, mir die Hose hochzuziehen und was Sinnvolles zu tun. Ich stellte mir vor, wie ich live dabei wäre, während ein Paar vor mir vögelt und ich dabei Bilder mache. Die Augen geschlossen, nur auf das Stöhnen aus den Computerlautsprechern lauschend, spannte ich meinen Arsch an, wichste immer härter, bis mein kleiner Freund endlich wieder hart wurde, ich das Gefühl in mir aufsteigen spürte und mich kurz darauf auf meinem T-Shirt ergoss. Ohne Hose durch die Wohnung laufend, immer der schleimigen, halbharten Latte hinterher, ging ich unter die Dusche. Das rieselten Wasser beruhigte. Einfach an gar nichts denken, war mein Wunsch. Automatisiert wusch ich mich, machte mir etwas zu Essen und nach ein paar Stunden vor der Glotze, gefühlte Millionen Kilometer entfernt vom Internet, schlief ich ein.
Unten auf der Straße kommen mir Jugendliche entgegen. Cool, mit klitzernden Halsketten und Glassteinen in den Ohrläppchen. Irgendeine Hip-Hop-Musik aus den Handylautsprechern. Ich senke den Kopf, ziehe mein Handy aus der Tasche und tue so, als ob ich eine Nachricht lesen oder schreiben würde. Vorbei an den Jugendlichen stecke ich das Handy wieder ein, um es kurz darauf wieder herauszuholen. Achtzehn Uhr. Die Klingel einer Bahn ertönt und als ich mich umschaue, sehe ich ein Rentnerpärchen überrascht vom Bahnübergang zurückspringen. Durstig krame ich im Rucksack auf der Suche nach meiner Flasche Wasser, sehe die Nikon, die ich mir damals gekauft hatte und höre mich selber, wie ich den Tag damals verfluche…
Es ist nicht schwer im Internet Pärchen zu finden, die man beim Vögeln fotografieren darf. Ein Treffer auf zehn Pärchen. Und da draußen gibt es viele Pärchen. Das erste mal war auf einem Parkplatz an der Autobahn. Sie stand darauf zur Verfügung gestellt zu werden und er stand darauf ihr dabei zu zuschauen. Normalerweise nahmen sie von jedem Kerl fünfundzwanzig Euro Taschengeld, doch da sie selber keine Kamera hatten, durfte ich umsonst zuschauen, wenn ich ihnen die Bilder kopiere. Das Paar war alles andere als attraktiv. Der Kerl, Glatze, Brille, Bierbauch, war nur halb so fett wie seine Frau, die sich erwartungsvoll in eine XXL-Coursage gepresst hatte. Eingeschaltete Schweinwerfer waren das Signal, dass es losgeht, und wie die Ratten kamen sie aus ihren Autos, im Dunkeln geparkt, mit dem Schwanz wedelnd. Der Mann kassierte das Geld und erläuterte die Regeln. Weiterhin erklärte er meine Anwesenheit, auch dass keine Fotos von Gesichtern gemacht werden, und dass sie sich vorbehalten die Bilder ins Netz zustellen. Keiner hatte etwas zu beanstanden und so konnte es losgehen. Die Frau kniete sich vor die Motorhaube und fing an die Schwänze der Männer der Reihe nach zu wichsen. Währenddessen verteilte der Ehemann Gummis für alle die, die auch einen geblasen kriegen wollten. Ich begann mit der Nikon Fotos zuschießen und tat so, als ob ich Ahnung davon hätte. Nach dem dreißigsten Bild von Ehefrau hat irgendeinem Schwanz im Mund und zwei weitere in den Händen, wurde mir dann doch klar, dass ein einunddreißigstes Bild unnötig wäre. Als ich die Kamera also senkte, sprach mich der besorgte Ehemann an, ob irgendetwas nicht in Ordnung sei, warum ich denn keine Bilder mehr mache. Im nächsten Moment tat er so, als ob er alles verstehen würde und versuchte mir klar zumachen, dass ich ja auch gleich dran kommen würde. „`Nur die Ruhe“‚, sagte er und grinste dabei breit über Beide Gesichtshälften. Nach weiteren zehn Minuten, in denen ich so tat als ob ich weiter Fotos schießen würde, legte sich das Objekt der Begierde bäuchlings auf die Motorhaube und deutete den Wichsern an, dass sie ihre Sahne auf ihren Arsch zu verteilen hätten. Es entstand Bild von Mann eins der auf ihren Arsch wichste. Danach Mann zwei. Mann drei und so weiter. Danach Bilder vom angewichsten Arsch und der von ihr selbst befingerten feuchten Möse. Als nun der Ehemann seine Frau von hinten nahm und mit seinen Händen die weißen Lachen des Spermas in die Haut einmassierte, fühlte ich mich völlig taub. In meiner Hose regte sich nichts und mein Kopf schien vollkommen leer. Erst auf dem Heimweg, wunderte ich mich, warum ich das nicht geil fand. Hätte ich solche Bilder im Internet gesehen, hätte ich sofort meinen Schwanz herausgeholt und mir vorgestellt, die Frau würde auch mir einen blasen. Ganz egal wie sie aussehen würde, die Vorstellung dieser Situation wäre für mich anregend genug gewesen, um mir darauf einen runter zu holen. Doch als mir der Ehemann, erschrocken darüber, dass sie mich vergessen hätten, anbot dass sie mir es im Auto besorgen würde und ich sie sogar vögeln dürfte, mit Gummi natürlich, man wolle schließlich auf die Hygiene achten, dankte ich grinsend ab und sagte nur, dass man das ja ein anderes Mal machen könnte da ich leider, so log ich, keine Zeit mehr hätte. Dafür sollte ich aber wenigstens die Bilder behalten, sagte er, begleitet von einem heftigen Nicken der Frau, die erschöpft, aber vollkommen glücklich aussah. Also holte ich den Laptop heraus. Kopierte die Bilder auf die Festplatte und gab ihnen ihre Speicherkarte zurück. Dieses Arbeitsprinzip, habe ich seit dem ersten Mal beibehalten. Die Kunden, die Akteure, sollten selber Speichermedien mitbringen, damit sie diese auch, voll beladen mitnehmen könnten. Dies verhindere weiteren Kontakt, wenn man ihn nicht wünschte, so wie auch in diesem Fall. Später fing ich an, auch Speichermedien anzubieten und die zu verkaufen, sollte jemand nicht in der Lage sein, vorher ein eigenes Medium zu besorgen.
Ich weiß nicht warum, ich mir die Bilder dieses „`Shootings“‚ gerade noch einmal anschaue, so wie ich alleine ganz hinten in der Bahn sitzend nach Hause fahre. Im Nachhinein betrachtet, war es schon ziemlich erregend. Sowie ich die Bilder sehe, verschwindet das Gefühl, dass ich die geschossen haben soll. Sie wirken so fremd, ganz genau so wie die Bilder, die ich mir täglich im Netz anschaue. Auf das Eine konzentriert. Die Bilder sagen nichts über die Menschen aus. Eine Bewegung ist nicht zuerkennen, höchstens zu erahnen. Die Gesichter der Männer nicht zusehen, könnten sie auch Puppen sein. Keins dieser Gesichter ist mir im Gedächtnis geblieben. Keins. Nur dieser Arsch, prall, fett, Cellulite, feucht, zugespermt. Ich weiß, noch wie ich es mir am Abend auf dieses eine Bild besorgt habe, wie ich auf das Display meines Laptop abgespritzt habe und dabei den Ekel vergaß, der in mir aufgestiegen war, als ich Fotos davon machte und dachte ich wäre bestimmt der letzte von den Kerlen, die den Arsch vollsauen dürfen. Nicht Puppen. Zombies…
Empfohlen wurde ich, wie diskret ich sei, dass man sich auf mich verlassen könne und ich keinen Blödsinn im Kopf habe. Die Freundeslisten auf den Webseiten füllten sich und ich bekam viele Anfragen. Vielen gefiel die Wahl die sie bei mir hatten, entweder mir Kopien der Bilder zu überlassen oder aber mich mit einem kleinen Honorar zu bezahlen. Das waren vielleicht zwanzig Euro oder so, von Fall zu Fall verschieden, jedoch bewirkte es, dass die Leute nicht glaubten, ich sei irgend so ein notgeiler Wichser der nur anderen beim Vögeln zuschauen wollte. Obwohl ich anfangs genau das war. Doch die Konfrontation mit der Realität veränderte meine Obsession. Ich wollte nicht Teil meiner Fantasien sein, wollte nicht länger dabei sein. Ich wollte es festhalten. Will ich es noch. Schau dir tausend Bilder von vollgespritzten Ärschen an und du siehst, dass keins davon besonders ist. Egal ob es sich um einen fetten Arsch, einen schönen Pfirsich- oder Apfelhintern, oder so ein knochendürrer Po ist. Sie sind alle langweilig und anregend zugleich. Such dir aus diesen Bildern eins heraus, das einzige, welches noch geiler ist, ist immer das nächste. Bilder selber zu machen, ist eine Möglichkeit die einzelnen Bilder zu etwas besonderen zu machen. Ich wollte Besonderes schaffen. Wollte.
Ich bekomme eine Nachricht. Julia möchte neue Bilder von sich, jetzt da ihre Brüste fertig und verheilt sind. „`Bin in 5 Minuten da.“‚, so meine Antwort. Ich steige also die nächste Haltestelle aus und laufe die paar hundert Meter zu ihrer Wohnung. Einen Summen öffnet die Haustür, drei Etagen die Treppe hoch und eine zur Hälfte fertig geschminkte Julia in Sweatshirt und Sonntagsunterhöschen öffnet die Tür und deutet mir, ich solle schon einmal ins Wohnzimmer gehen. „`Ich habe mir überlegt, die schwarze Coursage anzuziehen, weißt du, die vom Dreh im Park, eine Woche vor der OP. Was hältst du davon?“‚ Ich durchwühle die Erinnerungen. Zu viele Mädchen. Zu viele Drehs. Zu viele davon im Park. Ob nicht ein BH besser sei, vielleicht sogar so ein Viertel-Cup, der die Brüste gut zur Geltung bringt, gebe ich zur Antwort. Wir könnten ja mehrere ausprobieren, meinte sie und erschien oben ohne in der Wohnzimmertür. „`Na, wie findest du sie?“‚ Doch bevor ich mir eine passendere Antwort als „`Tja, nichts Besonderes, ne?“‚ ausdenken konnte, verfiel sie auch schon in einen Lobgesang über ihre neuen Errungenschaften, der zu einer Prophezeiung ausartete, dass diese „`Babies“‚, wie sie sie nannte, sie zur berühmtesten Darstellerin auf den einschlägigen Amateurportalen machen würden. Nur eine Minute war sie in ihr Zimmer gegangen, als sie schon mit den Armen voller Dessous wieder kam. Wie sie so nackt vor mir steht und in dem Berg voller Unterwäsche nach etwas passendem sucht, fährt es mir plötzlich vors innere Auge. Ich stelle mir vor, wie ich die Kamera auf den Tisch stelle, zu ihr hinüber gehe und dabei schon meine Hose öffne. Wie sie lächelt, während ich ihre Haare packe und ihren Mund zu meinem Teil führe. Wie ich sie grob gegen meinen Unterleib drücke, bis sie anfängt zu röcheln. Und wie ich schließlich das dumme Maul dieser elenden, wolllüstigen, nimmersatten Hure ficke bis ich die ganze Sahne auf ihre Lippe und ihre tollen neuen „`Babies“‚ rotze. Auf einmal ist es aber nicht mehr Julia die dort an meinem Schwanz nuckelt. Die braunen Haare sind blond, das Sofa wird grün und ich sehe einen Tom der Sandra die Pussy durchvögelt…
Langsam höre ich wieder Julias Stimme, nehme den Raum wieder war. Muss mich setzen, denke ich und sacke auf einen Stuhl zusammen. „`Alles ok bei dir?“‚, höre ich sie sagen. Ja, ja, sage ich, habe heute nur noch nichts gegessen und werde wahrscheinlich krank. „`Dann hole ich doch lieber Christian.“‚, erwiederte sie und als ich ihr klar mache, dass ich nicht begreife, was sie damit sagen möchte: „`Hast du mir gerade nicht zugehört? Ich habe gesagt, dass es gut wäre, gleich mal ein paar Bilder mit Sperma auf den Brüsten zu machen, oder einen Schwanz zwischen den „`Babies“‚, sowas kommt doch immer gut und ist richtig gute Werbung. Ich weiß ja, dass du das nicht machst, aber vielleicht hättest du heute mal eine Ausnahme gemacht, aber jetzt da du krank bist … Christian?“‚ Sie schreit durch die Wohnung. „`Christian? Kommst du mal bitte?“‚ Christian ist ein Mitbewohner von Julia. Insgesamt wohnen sie zu viert hier. Die anderen beiden sind Charlotte und Michael. Alles vier Studenten, obwohl man Julia eher als etwas anderes ansehen würde. In der Vergangenheit hat sie viel Geld mit dem Image einer freizügigen Wohngemeinschaft gemacht. Viele der Filme habe ich gedreht. Auch wenn es schwer ist von Innovation im Porno-Genre zu reden, so kann man doch sagen, dass Julia damit, etwas neues geschaffen hat. Solche Szenarien, wie WG-Parties oder wie die Suche nach neuen Mitbewohnern verschafften ihr und den anderen recht viel Geld, sodass sie mittlerweile die Miete davon bezahlen können. Die Miete die, durch den Umstand, dass der junge Vermieter, der das Haus von seinem Vater geerbt hat, ständig auf den Parties eingeladen ist, ziemlich reduziert sein muss.
Christian kommt, fragt, was los ist und als Julia ihm antwortet, nickt er und zieht sich die Hose aus. „`Das T-Shirt kann ich doch anlassen, oder?“‚. „`Ja, ja, soll‘ ja sowieso nur dein Schwanz drauf. Kannst ja mal ein Porno reinschieben, damit du warm wirst, während wir schon mal Bilder machen.
Bild eins: Julia präsentiert ihre Brüste in einem schwarzen BH. Bild zwei: Roter BH. Es folgen: Schwarze Coursage und Viertel-Cup. Julia mit offenen Schenkeln. Bilder von Julia, wie sie sich ihre Brüste mit Öl einreibt.
„`Bist du bereit?“‚, fragt Julia Christian. Dieser legt sich ohne einen Kommentar auf das Sofa und Julia steigt auf allen Vieren so über ihn, dass man sowohl den harten Schwanz, als auch die Seite der Brüste bewundert kann. Während ich so ein paar Fotos schieße, muss Julia immer wieder den Schwanz von Christian ein bisschen blasen, damit dieser nicht ganz einknickt. Ist heute wohl nicht sein bester Tag, denke ich so und Julia fragt laut das gleiche. Ungeachtet dessen steht Christian auf und deutet ihr, sie solle es schon fertig machen, er müsse weg. Julia tut was sie kann, doch es reicht nicht. Während sich meine Jeans total ausbeult, bleibt Christian schlaff wie ein Wiener Würstchen. Ich frage, ob sie denn noch etwas von dem künstlichen Sperma hätten und schlage vor es einfach zu imitieren. „`Müssen wir dann wohl!“‚, meint Julia nun etwas zickig. Sie verschwindet kurz und als sie wiederkommt, drückt sie mir die Tube in die Hand und deutet mir, ich solle sie betröpfeln. Christian steht genervt neben ihr, als sie sich vor mich kniet, ihre prallen Lippen auf der Höhe der Beule in meiner Hose. Sie lehnt den Kopf zurück und schaut gen Decke. Ihre Mimik verzieht sich leicht, als die kalte Flüssigkeit die Haut auf ihren Brüsten berührt. Um die ersten Tropfen bildet sich Gänsehaut. Als ein größere Menge des Spermaimitats ihren Busen hinunter läuft, bleibt ein kleinerer Tropfen an ihrem linken Nippel hängen. Er erhärtet und richtet sich auf. Noch ein bisschen von dem Zeug in ihre Mundwinkel und – perfekt! Sie würgt ein bisschen Speichel auf ihre Zunge und streckt diese ein bisschen heraus. Nun noch ein paar Tropfen auf die Eichel von Christian und schnell ein paar Fotos geschossen. Fertig!
Keine Sekunde länger und Chrtistian ist verschwunden. Julia, halb auf dem Sofa hängend, nimmt sich ein paar Kosmetiktücher und wischt sich teils die Flüssigkeit weg, teils reibt sie sie ein. Ich denke an gar nichts, bis sie sich endlich ihren Bademantel übergestreift hat. Mein Kopf ist vollkommen leer, als sie meinte, dass es wesentlich einfacher wäre, wenn ich nicht meine doofen Prinzipien hätte. Doofe Prinzipien. Bevor ich meine Prinzipien in Zweifel ziehe, verwerfe ich jeden Gedanken daran, packe meine Sachen zusammen, lege die Speicherkarte in Julias offene Hand, gebe ihr einen Kuss auf die Wange und machen Anstalten zu verschwinden. „`Aber ich verstehe schon …“‚, sagt sie, als sie ihren Körper zwecks einer Umarmung an mich drückt und ihre immer noch steifen Nippel durch den halboffenen Bademantel meine Brust berühren. „`Grüß Nicole von mir!“‚ ist das letzte was ich höre, als ich die Wohnungstür hinter mir schließe und kurz tief durchatme.
Nicole saß damals lächelnd im Café vor mir, als wir uns das erste Mal trafen.
Wir wurden auf einer Party einander vorgestellt, wie das bei Studenten nun einmal so läuft. Sie studierte Betriebswirtschaftslehre und so sah sie auch aus. Immer top gestylt, immer auf dem Stand der Mode von heute. Es ist nicht so, dass sie mir von Anfang an gefallen hätte, oder dass ich spürte, dass sie die Richtige sei. Nein, ganz und gar nicht. Sie war so ziemlich die Einzige, bei der sich nicht eine peinliche Stille nach ungefähr fünf Minuten Gespräch einstellte. Man kennt das ja. „Hi, ich bin der und der. Freut mich dich kennen zu lernen. Was machst du? Aha! Ich mache Dingsbums.“ Und Fertig. Trifft man irgendwelche fremden Leute, so endet es meist immer gleich. Ist das Wichtigste abgehakt, so hat man sich nichts mehr zu erzählen. Bei Nicole war das anders. Sie sagte gar nichts. Sie lächelte. Ich sagte ihr, dass ich Fotograph wäre und all das Zeug, was man eben sagt, wenn man jemandem Neues begegnet. Doch sie erwiderte nichts darauf. Sie fragte nur, ob ich mal mitkommen würde, nahm meine Hand und sie führte mich zum Balkon. Die Tür hinter uns schließend, das wild herumknutschende Pärchen neben uns ignorierend, stellte sie sich an das Geländer, ich neben ihr, und schaute in die Sterne. „Weißt du, ich habe viel darüber gelesen, was da oben ist. Ich war einmal mit einem Physikstudenten zusammen, der konnte mir das alles ziemlich genau erklären. Doch was ich damals gemerkt habe, war, dass alle Physiker der Welt nicht imstande sind, mir zu erklären, warum ich mich jedes mal so klein fühle, wenn ich da hinauf blicke.“ Sie drehte sich daraufhin zu mir um und blickte mir tief in die Augen. „Ich weiß, dass das wahrscheinlich etwas, mit der unendlichen Größe unseres Universums zu tun hat, dass ich mich wie ein kleines Sandkorn im Wind fühle. Doch, ich fühle mich nicht so. Klar, wird mir jedes Mal von neuem bewusst gemacht, wie klein, wie unbedeutend ich eigentlich bin, doch fasziniert mich dieser Zufall. Weißt du was ich meine? Dieser unglaubliche Zufall, den es benötigt, dass so viele Milliarden Atome sich so zusammengefasst haben, dass all diese Umstände in meinem Leben genau so passiert sind, dass ich heute neben dir stehen und in die Sterne schauen kann.“ Ich begann ziemlich ausdruckslos vor mir hinzustarren, denn ich war damals nicht darauf gefasst. Ich hatte mich noch nie so mit den Sternen beschäftigt, hatte keinen blassen Schimmer davon, was sie am Leuchten hielt. Deshalb entschuldigte sie sich wahrscheinlich und dachte, dass sie mich nerven würde. Doch als ich aus meiner Trance erwachte und endlich wieder imstande war zu denken, zu atmen und auch nur irgendetwas zu sagen, presste ich ein „Nein, nein gar nicht!“ durch meine bis dahin geschlossenen Lippen. Sowie ich darüber nachdenke muss ich damals ziemlich blöde gewirkt haben. Aber irgendetwas, was ich bis heute nicht verstanden habe, veranlasste sie, mir tief in die Augen zu blicken. Es fühlte sich einem Moment lang so an, als würde sie versuchen durch meine Augen mein Innerstes zu Mustern, als würde sie versuchen, herauszufinden ob ich ein guter Mensch war. Eindeutig unentschlossen sagte sie dann: „Ich weiß, dass muss dir alles etwas komisch vorkommen, doch ich bin es leid, Small Talk zu führen, mich über Belanglosigkeiten zu unterhalten. Wie oft es mir passiert sind, dass ich Menschen, Männer, Jungs, wie du einer bist, abgeschossen habe, kann ich nicht sagen. Nur weil sie mich mit ihren doofen Small Talk genervt haben und ich nicht fähig war, abzuwarten, bis deren erste Nervosität verflogen ist und ihr wahres, gutes Ich herauskommen gekommen wäre. Konjunktiv. Ich hasse den Konjunktiv und ich hasse es den Konjunktiv zu verwenden. Vorhaben für das Neue Jahr, keinen Konjunktiv verwenden. Also, was sagst du?“
„Wie, wozu?“, fragte ich, denn ich kam nicht so schnell mit. Sie schien mir eindeutig zwei Schritte voraus zu sein.
„Hier ist meine Nummer!“, erwiderte sie nach einer kurzen Pause und schrieb etwas auf einen Zettel. „Ich möchte dich wiedersehen, denn ich verschwinde jetzt, da ich Gefahr laufe, auch dich viel zu früh abzuschießen. Ich möchte, dass du mich anrufst, ob heute oder morgen ist mir ehrlich gesagt egal. Aber ich habe am Freitag gegen sechzehn Uhr Zeit und möchte mit dir einen Kaffee trinken, ok?“ Daraufhin drehte sie sich herum und verschwand vom Balkon und aus der Wohnung, in der die Party immer noch am Laufen war.
Ich brauchte einen Moment um zu realisieren, was da eben gelaufen war. Ich hatte vorher noch nie jemanden, wie sie kennenlernen dürfen. Die ganze Nacht beschäftigten mich diese fünf oder zehn Minuten. Ob ich in dieser Nacht noch geschlafen habe, kann ich nicht sagen, doch am nächsten Morgen rief ich sie an und wir verabredeten uns zu unserem ersten Treffen.
Und so saß sie, zwei Tage später, mir im Café gegenüber und lächelte mich an. Ich wusste nicht, was sie von dem Treffen erwartet hatte, oder was ich mir erhofft habe. Doch nach einer gefühlten Ewigkeit, begann ich das Wort zu ergreifen und die Stille zu durchbrechen.
Ich sagte genau das, was mir durch den Kopf ging, den ganzen Scheiß davon, dass ich überhaupt nicht wusste, was ich hier soll, dass sie eindeutig einmaliger Mensch sei und das diese Szene auf dem Balkon ein einmaliges Erlebnis war. Auf einmal fing ich an davon zu reden, dass ich nicht viel Erfahrungen habe, dass dies überhaupt das erste „Date“ ist, auf dem ich jemals war, wenn man denn überhaupt von einem „Date“ sprechen konnte. Ich redete einfach darauf los, ohne zu überlegen, was ich da eigentlich von mir gab. Glücklicherweise, kann ich aus heutiger Zeit sagen, erzählte ich nur von den wirklich wichtigen Dingen, die aufzeigten, was ich für ein Mensch bin. Das ganze mit den Pornos und dem Filmen und Fotografieren ´Menschen, die es miteinander treiben, lies ich aus. Für sie war ich Fotograph und nichts anderes. Am Ende hatte nur ich von mir geredet und wir merkten beide nicht, wie die Zeit verging.
Ein Grauen befällt mich, wenn ich an dieses eine Lächeln denke, das Lächeln, was mich selbst immer zum Lächeln bringt, welches versiegen würde, wenn es mich erzählen hörte, was mir passiert ist. Konjunktiv. Dieser scheiß Konjunktiv!
Ich entscheide mich dagegen, sofort in die Bahn zusteigen und nach Hause zu fahren. Das Starbucks gegenüber sieht viel verlockender aus. Ich bestelle einen Café Mocha Grande, legen die drei Euro vierzig passend auf den Tresen und verziehe mich in einen der Ledersessel in einer Ecke, in der keine Fenster waren, durch die Passanten auf den Bildschirm meines Laptops hätten blicken können. Ich sah wieder meine Bilder durch. Über fünfhundert Ordner waren es mittlerweile geworden. Die wenigstens habe ich mir nach einem Shooting wieder angeschaut. Ich klicke wahllos durch die Bilder, ohne zu wissen, wonach ich eigentlich suche. Es schien so, als ob diese nackten Leiber, diese besudelten Titten, diese feuchten Mösen und die angespritzten Ärsche, mir irgendetwas sagen wollten. Ich beobachte die Bilder und die Bilder beobachteten mich. Sie schrien, doch ich verstand nicht was. Plötzlich hielt ich mit dem Klicken inne und blickte in die braun-grünen Augen von Sandra. Das Foto entstand an dem gleichen Abend, an dem wir einander in der Disco vorgestellt wurden. Julia hatte mich ihr empfohlen, wobei sie genau wusste, dass ich zu diesem Zeitpunkt schon mit Nicole zusammen war und mir vorgenommen hatte, keine neuen Kunden mehr anzunehmen. Irgendwie war Julia jedoch der Überzeugung, dass eine Frau wie Sandra, besser zu mir passen würde und so kam es häufiger vor, dass mich neuen Modellen vorstellte. Normalerweise hätte ich mich freundlich vorgestellt und dann einen fadenscheinigen Grund erfunden, warum ich verschwinden müsste. „Ich weiß, du suchst momentan keine neuen Kunden, doch Sandra hat meine Bilder und Videos gesehen und mich gebeten, sie meinem Kameramann vorzustellen. Ich lobte dich in den größten Tönen, musst du wissen. Ich hoffe du verzeihst mir, dass ich das mache. Wenn dich das stört, musst du nur etwas sagen!“, meinte Julia, doch ich sagte nichts. Ich lies mich berieseln, unfähig auszumachen, ob es der Alkohol war, oder diese braun-grünen Augen Sandras. Sie lächelte nicht, sie lächelte eigentlich nie, zumindest nie echt.
Es war wie eine Ohnmacht, doch als ich aus dieser erwachte, stand Sandra in ihrer Wohnung vor ihrer Couch nur noch von Dessous bekleidet und machte Anstalten auf mich zu zukommen. Wie von Panik ergriffen, stürzte ich rückwärts auf den Boden, versuchte aufzustehen und begann unsinniges Zeug zu labern. Sie griff nach meiner Schulter, versuchte mich zu beruhigen, doch ich stieß sie weg und sie fiel auf den Boden vor der Couch. Plötzlich von Schuldgefühlen erfasst, hielt ich ihr meine Hand entgegen, um ihr beim Aufstehen zu helfen und beteuerte meine Reue für das, was eben geschehen war. Sie sagte, alles sei schon ok und dass ich sie nicht ficken müsste nur um mit ihr zusammen zu arbeiten.
Daraufhin stellte ich meine Regeln auf doch trotzdem dementierte ich nicht, dass ich an einer Zusammenarbeit interessiert war.
Erst nachdem ich Sandras Wohnung verlassen hatte und nach Hause fuhr, schaute ich mir die Bilder an, an deren Aufnahme ich mich nicht mehr erinnern konnte. Und auch damals hielt ich genau bei dieser Nahaufnahme von Sandras Gesicht mit diesen stechenden, braun-grünen Augen inne. Ich weiß, dass ich damals, das erste mal begriff, wenn mir wirklich Nicole etwas bedeutete und ich eine Zukunft mit ihr haben wollen würde, ich ihr irgendwann alles erzählen musste. Doch wann? Wie lang konnte ich das Spiel spielen?
Die Kaffeetasse ist schon lange leer, doch sitze ich hier und blicke auf die Menschen hier im Starbucks. Ich bin nicht der einzige, der mit seinem Laptop dasitzt, doch bin ich wahrscheinlich der einzige, der sich gerade Pornobilder anschaut. Das ist schon komisch, auch wenn ich nicht anfange, lauthals zu lachen. In der Ecke gegenüber sitzt ein Paar und ich überlege, wie sie wohl nackt aussehen. Mittlerweile hat man genug nackte Menschen gesehen, normale Menschen, um sich nackte normale Menschen vorzustellen. Es gibt quasi zu jedem angezogenen Menschen, dem ich begegne, einen nackten Körper auf einem Bild in meinem Laptop, der zu diesem Menschen passen würde. Bevor ich anfange zu überlegen, ob das normal ist, schließe ich mein Notebook und versuche noch einen Schluck aus der Tasse zutrinken, obwohl ich eigentlich genau weiß, dass sie schon leer ist.
Irgendwann muss ich nach Hause, denke ich und bleibe vor dem Starbucks auf dem Gehsteig stehen. Ich rauche eine Zigarette, werfe sie auf dem Boden, trete sie aus und stecke mir eine neue an. Auf der Anzeigetafel an der Haltestelle ist zu lesen, dass meine Bahn in sechs Minuten kommt. Wann ich das Spiel beenden muss? In knapp zwanzig Minuten.
Die sechs Minuten an der Bahn zu warten sind die Hölle. Ich werde nervös, meine Hände schwitzen. Die ganze Zeit rede ich mir ein, dass ich nicht wissen kann, wie Nicole reagieren würde. Doch in meinem Innern bin ich sicher, dass das nicht gut enden wird. Ihr trauriges Gesicht und ihre von Tränen unterlaufenen Augen direkt vor mir sehend, stelle ich mir vor, wie sie mich anschreit, wie sie Sachen nach mir wirft, eine Vase, vielleicht Schuhe, eben wie man es in Sitcoms im Fernsehen sieht. Dann fällt mir ein, dass wir gar keine Vase besitzen, weil ich ihr nie Blumen gekauft habe. Mag sie Blumen? Sollte ich ihr Blumen kaufen? Als ob das irgendetwas ändern würde. Es würde nur ändern, dass wir eine Vase hätte, die sie nach mir schmeißen könnte.
In einem anderen Szenario, welches mir einfällt, als die Anzeige gerade von vier auf drei Minuten springt, rennt sie einfach in das Schlafzimmer und knallt die Tür hinter sich zu. Dann endet die Szene schon, doch sie hinterlässt mich mit einem Gefühl, dass mir sagt, dass das das Letze ist, was ich jemals von ihr sehen und hören werde.
Ich sehe die Bahn schon kommen, sehe die Menschen die sich dem Ende des Bahnsteigs nähern und sehe typische Prolls, als mir klar wird, dass sie vielleicht auch nicht frei von Fehlern ist. Dass sie, wenn ich unerwarteter Weise, so früh nach Hause komme, sich gerade gegen die Wand gelehnt, den Arsch gegen die Haustür gerichtet von so einem Proll durchficken lässt. Oder ich erst ins Wohnzimmer gehen muss, um zu sehen, wie sie auf der Couch den steifen dreckig braunen Schwanz, von einem dieser Türken lutscht, der mir irgendetwas entgegen ruft, wie „Hey, was geht, bio?“, während sie mich mit einem Ausdruck anlächelt, der nicht mehr aussagt, als „Ups!“.
Nein! Nein, das ist sie nicht. Nicole ist nicht so. Nicole würde zu Hause darauf warten, dass ich heimkehre. Sobald sie die Tür hört, würde sie mir entgegen rennen, mich in ihre Arme schließen und mir das Gesicht abküssen. Sie würde mir das Gefühl geben, dass ich das Wichtigste in ihrem Leben bin. Sie würde verstehen. Ja, genau. Kein Konjunktiv, keine Möglichkeiten, keine Wahrscheinlichkeiten. Das ist es. Sie versteht es! Sie versteht, warum ich Angst habe, es ihr zu erzählen. Sie weiß, dass ich sie liebe und dass ich das nicht wollte. Sie liebt mich und liebt auch die Entscheidung, die ich getroffen habe, damit aufzuhören. Sie freut sich, dass ich endlich dazu bereit bin, weiter zu gehen. Sie freut sich!
Ich steige in die Bahn, euphorisiert von meiner Gewissheit, und fahre nach Hause.
Nicole liegt auf dem Sofa, in sich gekauert, sie weint. Meinen Rucksack in die Ecke werfend, lege ich mich stumm hinter sie. Ich umschlinge sie mit meinen Armen und presse meinen Körper an den ihren. Was passiert sei, frage ich und befürchte das Schlimmste. Ihr Körper bebt. Sie schluchzt, doch antwortet nicht.



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