Ziemlich beste Freundinnen

Ich laufe das Treppenhaus hinauf und habe ein merkwürdiges Gefühl im Bauch. Ich weiß, dass etwas nicht stimmt. Ich stecke den Schlüssel ins Schloss. Ich öffne die Tür und trete hinein. Mein Freund macht wieder mit einer anderen Frau herum.

„Was, du schon da?“

Es ist alles, was er in diesem Moment sagen kann. Wir blicken uns an. Keiner sagt etwas. Stille.

„Upsa“, unterbricht die Brünette mit einer piepsenden Stimme, „da hast du aber Mist gebaut!“

Sie verzieht keine Miene, sie ist nicht geschockt!

„Ja, ich bin schon da. Aber nicht mehr lange!“

Es ist bereits 23 Uhr. Normalerweise hätte ich bis weit nach Mitternacht arbeiten müssen. Bernd will etwas sagen, doch die Brünette vergräbt sein Gesicht in ihrem voluminösen Vorbau. Aus dem Augenwinkeln sehe ich noch, wie er sich befreien will und mir folgt, doch ich krame bereits meine Sachen zusammen. Zwei Koffer voll mit Klamotten, im Rucksack mein Laptop, Kamera, diversen Kleinkram und meiner Guten-Morgen-Tasse. Und in zwei Aldi-Tüten meine wichtigsten Schuhe. Was ich nicht mitnehmen kann, stelle ich in eine Ecke.

„Aber, aber, wir können doch noch mal reden!“
„Da gibt es nichts mehr zu reden. Du hattest genug Chancen. Es ist aus. Ich ziehe aus. Basta“

Voll bepackt verlasse ich weit nach Mitternacht die Wohnung und stiefele mit Wut im Bauch die Treppe herunter. Die Koffer scheppern auf jeder Stufe.

„Ist sie nun weg“, höre ich das piepsende Etwas hinter mir sagen. „Ja, endgültig“, brülle ich durch das Treppenhaus und höre meinen Widerhall.

Ich schleppe ich mich durch die Nacht und kenne nur ein Ziel: meine beste Freundin Chrissy. Ich bin zu bepackt, um noch mein Handy herauskramen zu können. Und so laufe ich eine halbe Stunde durch die Nacht. In ihrem Zimmer brennt noch gedimmtes Licht. Ich klingle, kündige mich an der Türsprechanlage an und trage meine Last bis in den dritten Stock.

„Er hat es wieder getan!“

Mit diesen fünf Worten ist alles Wichtige gesagt.

„Komm rein, Sara!“

Ich befreie mich von meiner Last – körperlich und seelisch. Wir sitzen auf ihrer Couch und ich heule mich wieder einmal aus.

„Und diese dumme Pute mit ihren piepsligen Kommentaren.“

Wir sprechen bis weit in den Morgen hinein. Chrissy ist eine wunderbare Zuhörerin. Und sie versteht mich. Schon oft hatte ich ihr mein Leid beklagt, aber das gleicht sich aus. Wir sind füreinander da, wenn es klemmt. Ich wurde oft von Männern betrogen, bei Chrissy zogen die Typen immer den Schwanz ein, wenn es ernst wurde.

„Falk war wieder so ein typischer Kerl. Wir hatten zwei verdammt schöne Abende. Angefangen vom Dinner über Kuscheleinheiten bis hin zu geilem Sex. Und vorhin sagte er mir am Telefon, dass er keine Lust mehr auf mich hat.“

Gegen 6 Uhr fallen uns die Augen zu. Und gegen 9 Uhr klingelt mich mein Wecker raus.

„Mach krank“, sagt Chrissy, „in deinem Zustand bist du heute eh nicht produktiv. Und morgen ist Wochenende!“ Chrissy hat gut Reden, sie ist schließlich noch Studentin. Aber sie hat Recht. Also rufe ich bei meiner Firma an und melde mich krank.

Wir stehen gegen Mittag auf und essen eine Kleinigkeit.

„Los, wir machen eine Radtour. Damit du auf andere Gedanken kommst!“

Chrissy überlässt mir ihr Zweitfahrrad. Wir pumpen Luft auf, Chrissy packt noch einige Sachen zusammen. Ihre Gepäcktaschen und der Rucksack sind prall gefüllt.

Wir radeln drei Stunden durch die Landschaft, bis wir an einem ruhigen Waldsee ankommen. Chrissy holt zwei Decken aus dem Rucksack und wir beginnen ein Picknick. Ich atme die frische Waldluft ein.

„Weißt du, was wir vor fünf Jahren an so einem See getan haben?“

Ich überlege einen Moment. Dann kommen die Erinnerungen wieder.

„Du meinst, unsere äh Mutprobe.“
„Ach, Sara. Du bist auch heute noch so herrlich schön umschreibend. Die Wette, ob du es dir zutraust, dich an einem Waldsee vollkommen nackt zu zeigen.“

Wir lachen beide.

„Ja, so bin ich halt.“
„Ich habe es heute noch vor den Augen, wie du völlig ängstlichst umhergeschaut hast, ob dich nicht doch jemand sehen könnte, damit du schnell deine Muschi verdecken kannst.“
„Ja, es kam ja zum Glück keiner!“
„Am witzigsten war deine Sorge, jemand könnte dich für ein billiges Flittchen halten, weil deine Muschi schön kahl war. Hatte dich ja ein paar Wochen zuvor mit ins Wachsstudio geschleppt. Und danach erzähltest du mir bei jedem neuen Typen, wie geil sie alle deine Muschi fanden.“
„Naja, das war halt neu für mich.“
„Ja, dich musste ich immer anschieben. Auch bei deinem ersten Typen warst du unsicher, ob du mit ihm schlafen solltest – und ich dir sagte, du bist nur einmal jung.“
„Und am Ende war es ein Reinfall, weil der Typ ein Schnellspritzer war. Und dann gab es doch den Typ, der dich damals beim Nacktsonnen fotografiert hatte. Macht dir das echt nichts aus?“
„Mir ist das doch egal, ob sich ein Typ bei meinem Anblick einen runter holt. Im Gegenteil: es schmeichelt mir doch nur! Jahaaa, das sind Erfahrungen, über die wir heute gerne lachen.“

Chrissy neckt mich gerne. Doch genau das mag ich an ihr. Ihre lockere Art und die Herausforderungen.

„Und ich wette, du traust dich heute nicht mehr, dich an einem Waldsee völlig nackt zu zeigen.“
„Hey, das ist gemein?“
„Na, traust du dich? Als Wetteinsatz biete ich, dass ich mich dann auch nackt ausziehe.“

Ich blicke in alle erdenklichen Himmelsrichtungen.

„Nun sei nicht so scheu!“
„Vor dir habe ich doch auch keine Scheu. Du kennst ja eh schon alles von mir. Aber die anderen?“

Ich atme noch einmal tief durch.

„Na gut!“

Ich stehe auf, ziehe mir das Shirt über den Kopf und lege es zusammen mit den BH auf die Decke. Während ich meine Hose öffne, steht auch Chrissy auf und erledigt sich ihrer Kleidung.

„Und wie fühlst du dich?“
„Etwas komisch.“

Ein Geräusch schreckt mich auf. Ich drehe mich um, doch kann ich nur eine Gruppe von Schwänen erkennen, die im Wasser gelandet sind. Chrissy ist ebenso nackig wie ich und wir setzen uns wieder auf die Decke. Ich blicke zu ihrem Körper. Eigentlich kenne ich ihn in- und auswendig. Ich weiß, dass sie kleine runde Brüste hat, einen flachen Bauch und bei ihrer rasierten Scham hängen die Schamlippen einladend heraus. Ich spüre, wie sie ebenso auf mich schaut.

„So, und nun die Beine weit öffnen!“
„Mmmh.“
„Naja, der Kick ist doch, dass ein Typ nicht nur dein Dreieck erahnen kann, sondern den gesamten Intimbereich sieht.“

Chrissy öffnet demonstrativ ihren Eingang. Mit etwas Zögern und einer Ermahnung öffne ich ebenso die Beine.

„Na siehst du!“

Wir lassen die angenehme Brise an unsren Schritten vorbeigleiten.

„Komm, ich creme dir den Rücken ein!“

Wir sonnen uns eine Weile. Und wir witzeln dabei.

„Weißt du, was du dir damals nicht getraut hast?“
„Mmhh. Nee.“
„Du hast dich geweigert, einen Dildo reinzuschieben!“
„Aber das wäre doch echt zu weit gegangen!“
„Findest du?“

Die Sonne ist kurz vorm Untergehen.

„Wir sollten langsam zurückfahren“, schlage ich vor.

Chrissy steht auf und zaubert aus ihren Fahrradtaschen ein kleines Zelt hervor.

„Wir verbringen die Nacht heute hier!“
„Aber, aber, wildes Camping ist doch verboten!“
„Na und. Meinst du, hier juckt das jemanden?“

Wir holen das Zelt aus der Verpackung.

„Ich habe noch nie in meinem Leben völlig nackt ein Zelt zusammengebaut.“
„Ist doch auch nicht anders als sonst?“

Das Zelt steht und die am Horizont versinkende Sonne taucht den leicht bewölkten Abendhimmel in ein flammmendes Rot. Chrissy sitzt neben mir und bewundert ihn ebenso. Immer intensiver wird das Spiel der Farben, bis endlich die Sonne ganz versunken ist und die Dämmerung über uns hereinbricht. Wir essen noch einige Äpfel und Schokoriegel. Während wir das Mondlicht und die Reflexion im Wasser bewundern, holt Chrissy aus dem Zelt zwei Dildos.

„Nun bist du im Schutz der Dunkelheit und die billigen Ausreden zählen nicht mehr!“

Ich habe keine Zeit mehr zum Antworten. Chrissy überrumpelt mich und setzt sich mir gegenüber in den Schneidersitz.

„Komm, setzt dich auch so hin!“

Dann reicht sie mir einen beiden Dildos. Sie lächelt mich an. Ich überlege, wie ich reagieren soll. Wir haben schon als Teenies mit Dildos gespielt, lange bevor ich meinen ersten Sex hatte. Ich überlege, ob ich gerade das Richtige tue – schließlich trauere ich Bernd noch nach. Chrissy führt meine Hand zu dem Dildo in ihrer Muschi. Gleichzeitig simuliert sie meine Muschi. Erst führt sie die Dildospitze senkrecht auf und nieder durch die Schamspalte, wobei sie immer wieder auch über den Kitzler gleitet. Dann führt sie ihn ein, erst ein wenig, zieht ihn heraus und schiebt ihn wieder tiefer in deine Scheide. Es fühlt sich geil an. Doch sie merkt vermutlich meine Gedanken, denn sie reißt mich raus:

„Hihi. Wenn ich zurückdenke an früher, wo du meintest, du könntest dir nicht vorstellen, dass künftig jede Frau einen Dildo haben wird,“ ich muss dabei schmunzeln, „tja – und wer hat heute von uns beiden mehr Dildos? Na…?“
„Ja, ich.“

Sie bringt mich auf andere Gedanken. Ich sehe mich noch genau in jener Situation, in der ich ihr diesen Spruch gesagt hatte. Gleichzeitig spüre ich, wie der Dildo in mir rein und raus geschoben wird und ich wieder feucht und geil werde. Chrissy massiert gleichzeitig auch meine Schamlippen. Sie trifft meinen Kitzler mit den Fingern und umkreist ihn. Ist stöhne kurz auf. Meine Hand ist erstarrt und hat längst aufgehört, Chrissy Scheide mit ihrem Dildo zu massieren.

„Na komm, ich will auch stimuliert werden!“

Ich schäme mich plötzlich, dass ich bisher nur an meinen eigenen Genuss gedacht habe. Deshalb schiebe ich jetzt auch ihren Dildo auch bei ihr rein und raus. Ich spüre, wie Chrissy ebenso feuchter wird.

Meine Hände werden langsamer. Auch Chrissy reduziert die Frequenz. Wir erstarren beide für einen Moment. Im Licht des Vollmonds blicken wir uns an. Wir sagen nichts. Ich spüre, wie mein Herz zu schlagen beginnt. Es pulsiert. Chrissy lächelt mich an. Ich erwidere ihr Lächeln. In meinem Kopf fühle ich die widersprüchlichsten Gefühle. Crissys Blick ist ungebrochen. Mein Herz schlägt schneller. Ich rutsche auf der Decke mit meinem Hintern ein Stück zu ihr. Die Atmosphäre knistert. Ich bin mir unsicher, ob ich das Richtige tue. Sie ist schließlich meine beste Freundin. Und auch wenn wir sonst keine Probleme mit sexuellen Handlungen haben, so mache ich mir Gedanken, ob das nicht zu weit geht. Ich höre den Herzschlag von Chrissy. Sie wirkt aufgeregt. Ich erschrecke, denn ich höre auch meinen Herz schlagen. Wir blicken uns tief in die Augen.

„Vielleicht liegt auch das Problem mit Männern zwischen dir und mir“, sagt sie.

Ich bin perplex. Ich weiß nicht, wie ich reagieren soll. Ich weiß nicht, was sie mit dem Satz wirklich meint. Das merkt auch Chrissy.

„Komm entspann dich!“, sagt Chrissy zu mir.

Sie kniet sich herunter und beginnt mit einer Massage meiner Schamlippen. Sie leckt sie. Ich spüre, wie sie ihre Zunge zusammenrollt. Wie die Zunge an meinem Eingang herumspielt und dagegen drückt. Zwei Finger massieren meine Schamlippen. Ich bin überrumpelt. Ich will sie wegdrücken, doch ich kann es nicht. Es fühlt sich toll an. Mein Herz bebt. Meine Pussy noch mehr. Sie hat mich schon oft intim berührt. Ich kenne das Gefühl und doch ist es viel intensiver und besser. Ich genieße voll und ganz die Behandlung. Ich beiße mir auf die Lippen. Ich stöhne. Der besondere Kick ist mein Gefühl beobachtet oder erwischt zu werden. Ich weiß nicht, ob uns jemand hören kann. Aber es war den ganzen Tag über niemand hier, wer soll nun plötzlich vorbeischauen?

„Unterdrücke es nicht. Lasse den Gefühlen freien Lauf!“

Mit einer Hand knetet Chrissy meine Brüste. Zwei Finger der anderen drückt sie in meine Muschi. Ihre Zunge umkreist den Kitzler. Die zwei Finger verstärken sich zu dreien. Und sie drückt sie rein und raus. Es ist wie ficken, nur mit einem verdammt harten Schwanz. Ich stöhne im Takt zu ihrer Fingernspiele mit. Sie hat mich nun in der Hand. Ich spüre die Finger nicht nur rein und raus gleiten. Sie dreht sie auch. Und die Finger ertasten meine Scheidenwände. Das fühlt sich toll an. Viel besser als ein Schwanz, wobei ich mich frage, warum mich ein Mann noch nie so gefingert hat.

Ich beginne zu zittern. Meine Knie sind weich. Ich habe nur noch meine Erregung im Kopf. Der Mond versteckt sich gerade hinter einer Wolke, daher kann ich Chrissy nicht mehr sehen. Die Augen habe ich längst geschlossen. Ich stelle mir nun Chrissy vor. Ich habe ihre süßen, frechen Brüste und ihr Lächeln vor Augen. Ich stelle mir einen belebten Zeltplatz vor, auf dem mich nun Chrissy mitten in der Nacht stimuliert und es uns beiden scheißegal ist, wer daran Anteil nimmt.

Ich krümme mich. Wieder und wieder streift ihre speichelfeuchte Zunge über meinen Kitzle. Ich spüre ihre Zähne. Sie hat die Macht über mein Lustzentrum. Ich zittere und bebe. Noch immer wühlen ihre Finger in meinem Muschi. Ich verkrampfe mich. Ich stöhne sehr laut. Chrissy gibt keine Gnade. Sie macht weiter.

Ein Ruck durchzuckt meinen Körper. Ich schreie unverständliche Laute. Ich explodiere. Chrissy hat mich mit ihren drei Fingern fest im Griff. Sie fickt mich weiter. Ich kann nicht entweichen. Ich zucke und schreie weiter. Es ist der Wahnsinn. Ich beiße mir auf die Lippen. Ich zappele immer noch. Ich bin unfähig überhaupt etwas zu sagen. Chrissy macht gnadenlos weiter. Ich fühle, dass nach dem ersten Orgasmus ein zweiter anrollt. Und ich bäume mich erneut auf. Ihr Finger fühlen sich total geil an. Ich winde mich. Ich schreie immer noch. Ich hechle nach Luft.

Chrissy zieht die Finger aus mir heraus. Sie legt sich hinter mich um umgreift mit ihren Armen meinen Körper und streichelt ihn. Sie knetet mit einer Hand meine Brüste, die andere Hand wandert zu meinem Kitzler. Ich bin immer noch unfähig etwas zu sagen. Der Orgasmus hat mich noch im Griff. Ich japse nach Luft. Ich beruhige mich langsam. Ich drehe meinen Kopf zu ihr hin und schaue sie an. Sie streichelt meinen Körper. Das hat sie früher noch nie getan. Sie umgreift meine Brüste. Es fühlt sich angenehm und entspannt an. Ich bin unsicher, wie ich reagieren soll. In mir brennen gerade alle Sicherungen durch. Langsam realisiere ich, dass Chrissy mir bewusst einen Orgasmus verschafft hat – und ich habe ihn genossen. Ich sehe vermutlich nachdenklich aus.

„Ich habe es gesehen. Und, brauchst du wirklich einen Schwanz, um zu kommen?“

Chrissy kennt mich zu gut, um mir jederzeit Zweifel aus dem Weg zu räumen. Und bei solchen provokanten Fragen kennt sie nur einen Antwort.

„Vermutlich nicht…“
„Was heißt vermutlich.“
„Ja, du warst gut. Aber das eine schließt doch das andere nicht aus!“

Wie streicheln uns noch eine Weile, bis wir ins Zelt kriechen und uns eine gute Nacht wünschen.

Ich merke, wie sie immer noch meinen Körper liebkost. Erst als sie einschläft, hört sie auf. Ich dagegen bleibe wach. Ich kann nicht schlafen. In meinem Kopf schwirrt dieser eine Satz.

Ihre Aussage war: „Vielleicht liegt auch das Problem mit Männern zwischen dir und mir“.

Was meint sie mit Probleme mit Männern? Und was meint sie mit dir und mir. Ich zermürbe mir den Kopf und mir wird dabei deutlich, dass sie mich viel zärtlicher berührt hat, als sie es je getan hat. Wir haben uns höchstens ertastet und berührt. Wir haben und schon immer sexuell stimuliert, aber eben anders. Und nun beschert sie mir einen doppelten Höhepunkt. Was soll es bedeuten? Wir sind schließlich beste Freundinnen und können über alles reden. Doch was ist, wenn das nicht mehr gilt? Ich wälze mich umher. Ich liege total unruhig und bewundere Chrissy für ihren tiefen Schlaf.

Ich krabble aus dem Zelt und setze mich an den See. Der Mond spiegelt sich wieder im Wasser. Ich brauche einen klaren Kopf. Das alles macht keinen Sinn. Ich versinke in Erinnerungen an die vergangenen Mutproben des Exhibitionismus am See. Aber langsam kommt doch der Schlummer über mich.

Eine Hand berührt meinen Nacken. „Ahhhhh!“. Ich drehe mich um. „Keine Sorge, ich bin’s nur!“ Mein Herz rast mit 180.
„Ich habe mich gewundert, wo du bist!“
„Ich kann nicht einschlafen!“
„Was bedrückt dich denn?“
„Dein Satz.“
„Welcher denn?“
„Den mit dem Problem und den Männern und dass sie zwischen uns liegen sollen…“
„Naja. Beziehungstechnisch haben wir doch beide immer nur Probleme mit Männern gehabt. Mal schneller, mal kürzer. Das eint uns. Gleichzeitig ist doch unser Verhältnis viel, viel besser als je unter guten Freundinnen sein könnte.“
„Was willst du mir damit sagen?“
„Dass irgendetwas zwischen uns beiden bereits liegen könnte, was wir nur nicht bisher wahr haben wollten.“
„Und das soll die Ursache für die Beziehungsprobleme sein?“
„Naja, vielleicht ist der Satz auch etwas blöd formuliert gewesen. Was ich aber damit sagen möchte: unsere Beziehung, also das wir miteinander machen, geht schon heute weit über das hinaus, was beste Freundinnen tun. Und so intim wie mit dir war ich noch nie mit einem Mann gewesen. Und du auch nicht! Sicherlich sind wir immer füreinander im Notfall da. Wie reden auch über intime Sachen, reden über Männer oder über den knackigen Bademeister. Und haben keine Scheu. Und wie ich eben sehe, war der Sex eben für dich intensiver als mit irgendwelchen Typen.“
„Hey, nun las mal John aus dem Spiel“
„Na, wer hat denn die ganze Zeit ihm auf die Badehose gestarrt und gewettet, wie groß sein Schwanz wirklich war, obwohl zu Hause der brave Freund, nein, der scheinbar brave Freund saß?“
„Ja, ich… aber du hast mich angestachelt dazu?“
„Hey hey. Ich war unschuldig wie die Nacht.“
„Du hast mir doch gesagt, man steckt ihnen Zettel mit Telefonnummern zu!“
„Ja, weil deine Idee, ihn in die Umkleidekabine zu locken, idiotisch war. Das würde kein Bademeister mitmachen. Der riskiert dabei seinen Job!“

Wir prusten.

„Aber ehrlich: ich hätte doch niemals meinen Freund betrogen. Das war doch nur Spaß!“
„Sicherlich bist du dazu zu ehrlich gewesen und deshalb bist du nun auch so sauer. Aber ehrlich: du hättest den Bademeister schon vernascht.“
„Kein Wort ohne meinen Anwalt!“
„Aber im Ernst: ich kann mir eine feste Bindung mit einem Mann nicht mehr vorstellen. Zumindest jetzt nicht. Zum Sex oder zum Kino ok. Aber nicht auf Dauer. Und die einzige Person in meinem Leben, bei ich mir das vorstellen kann, bist du.“
„Damit überforderst du mich gerade.“
„Ich weiß.“

Wir sitzen nebeneinander auf einem Baumstamm und blicken in den See. Die Gedanken schwirren in meinem Kopf herum. Ich bin mir unsicher, was ich sage. Und vor allem: ob ich etwas sage. Es ist ein heikler Moment, an dem viel kaputt gemacht werden kann. Und es ist verdammt spät. Ich mache mir Sorgen um unsere echte Freundschaft. Bisher war zwischen uns alles klar. Wir waren beste Freundinnen und konnten über alles reden und alles tun. Ich kenne von ihr alles. Ich kenne jeden Typen, mit dem sie geschlafen hat und wie gut oder schlecht er sich dabei angestellt hat, wie groß oder klein sein Schwanz war und ob sie dabei gekommen war oder nicht. Ich kenne alle Wehwehchen. Wird sich unser Verhältnis nun ändern?

„Du,“, stupst mich Chrissy an und holt mich aus dem Traum zurück, „hat dir eigentlich jemals schon jemand gesagt, dass du die süßeste und attraktivste Frau auf dieser Welt bist?“
„Schon nahezu jeder Kerl!“
„So, nun weißt du es auch von einer Frau. Es ist nun spät. Ich gehe ins Zelt. Und du solltest das auch tun!“



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